Immer wieder hören wir von horrenden Summen, die US-Amerikaner für die eigene Gesundheit im Falle einer OP zahlen müssen. Für eine Operation am Knie, die in Deutschland von den Krankenkassen getragen werden würde, zahlen Amerikaner schnell einmal 20,000 US-Dollar. Doch warum ist das so? Der Vergleich der Gesundheitssysteme zeigt es.

Die Versorgung in den USA ist teurer: Warum?

Während der deutsche Bürger im Schnitt pro Jahr 3.303 Euro für die eigene Gesundheitsversorgung ausgibt, zahlen die US-Amerikaner mit 7.536 US-Dollar mehr als das doppelte. Dies ist vor allem auf die Versicherungspflicht in Deutschland zurückzuführen. Einen Großteil der für die Gesundheit nötigen Gelder zahlen nämlich die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. Da jeder deutsche Staatsbürger verpflichtet ist, eine Krankenversicherung zu haben, ist dies hier bereits geregelt. In den USA sieht das jedoch anders aus. Dort besteht keine Versicherungspflicht der Staatsbewohner. So haben rund 50 Millionen Menschen in den USA keine Krankenversicherung abgeschlossen. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Eigenanteil bei jeder notwendigen Behandlung zu 100 % zu leisten ist. Dies sind hohe Kosten, die man oftmals mit einem durchschnittlichen Einkommen nicht tragen kann.

Obamacare ist gescheitert

Unter der Regierung von Präsident Barack Obama sollte sich das nun ändern. Obama hatte das Ziel, dass jeder Bürger in den USA zukünftig auch verpflichtet ist eine Krankenversicherung zu haben. Bevor die Gesundheitsreform so richtig anlaufen konnte, wurde sie unter der Regierung von Donald Trump aber wieder rückwirkend nichtig gemacht. So wurde die Versicherungspflicht aufgehoben und in Amerika ist wieder alles beim Alten.

Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Dass über 50 Millionen Menschen in den USA unterversichert sind, bedeutet natürlich auch einen hohen Kostenblock für die USA selbst. Schließlich können Personen, die in armen Verhältnissen leben, die Arztkosten nicht tragen. Kommt eine Person ohne Versicherung in die Notaufnahme, muss diese behandelt werden, die Rechnungen bleiben jedoch unbezahlt. Der Träger der Kosten ist am Ende des Tages der Staat und die Kosten sind nicht zu unterschätzen, denn sie belaufen sich in Milliardenhöhen.

Rezeptpflicht in Deutschland vs. Medikamente in amerikanischen Drogerien shoppen

Sowohl in den USA als auch in Deutschland gilt eine strenge Rezeptpflicht. Während man in Deutschland aber für fast jedes Medikament ein Rezept benötigt, gibt es in den USA ganze Abteilungen in Supermärkten, die nur auf den Verkauf von medizinischen Produkten ausgelegt ist. Eine andere Welt öffnet sich dort. So kann man dort von Ohrenschmerztropfen bis hin zu Cholesterinspiegelsenkenden Pillen alles kaufen. Ist jedoch ein Medikament unter der Rezeptpflicht in den USA geführt, so werden die Regeln dort genauso strikt eingehalten wie in Deutschland.

Ungewöhnliche Behandlungsmethoden

In Deutschland sowie in den USA werden in Fällen von schweren Erkrankungen auch einmal alternative Behandlungsmöglichkeiten herangezogen. So wird medizinisches Cannabis in den USA beispielsweise, wie in Deutschland auch, bei Krebspatienten eingesetzt. Doch auch neben der Allgemeinmedizin gibt es in Deutschland und in den USA eine Vielzahl an Heilpraktikern, wobei der Anteil in Deutschland deutlich geringer ist. Dies könnte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass Menschen ohne Krankenversicherung in den USA sich lieber günstigere Alternativen suchen.

Fazit: Beide Gesundheitssysteme sind erfolgreich, haben aber ihre Unterschiede

Das Gesundheitssystem in den USA muss sich aus europäischer Sicht viel Kritik unterwerfen, jedoch ist das Gesundheitssystem und die medizinische Versorgung grundsätzlich gut. Personen, die in den USA in Behandlung sind oder waren, sind zufrieden. Jedoch sind die Kosten sehr hoch. So ist die medizinische Versorgung in den USA qualitativ und vorhanden, jedoch nicht für jedermann. Personen, die es sich nicht leisten können zum Arzt zu gehen, bleiben auf der Strecke. Im deutschen Sozialstaat hingegen wird jeder Bürger aufgefangen und kann die gleiche medizinische Versorgung wie die des Nachbars erwarten.

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